causion sheeps are crossing oder mit der RS auf die Insel
Ein Reisebericht aus 2022
Vorab: ich will jeden Tag einen oder zwei Abschnitte hier veröffentlichen. denn wir hatten 14 Tage um das alles zu erleben, da kann man es nicht in einer Stunde sich reinziehen... ihr dürft gerne dazwischen schreiben wenn seuch gefällt, aber auch wenn euch missfällt.
1.Teil......
causion sheeps are crossing oder mit der RS auf die Insel
Einmal um das Land der Schotten wollten wir fahren, im Uhrzeigersinn sollte die Route gehen.
Eigentlich wollten wir vor 3 Jahren diese Reise antreten. Wir also die Fähre und die B&B’s gebucht und uns gefreut. Endlich konnte ich Birgit mal das Land zeigen, das mich bei meiner letzten Reise 2016 so in den Bann gezogen hat.
Doch dann machte uns Corona zweimal einen Strich durch die Rechnung. Wir mussten zweimal alles absagen und die Fährgesellschaft stellte die bereits bezahlte Überfahrt als Guthaben fest.
Doch Ende 2021 kam eine Zusage und wir konnten die Reise planen. Leider öffneten viele private B&B’s nicht mehr und wir mussten daher auf etliche Hotels ausweichen.
Eigentlich wollten wir mit der Uschi – eine Honda GL1000, die zum Caferacer mutiert, reisen. Doch die wurde nicht fertig und die Alu-Q ist für diese Reise zu zweit nicht geeignet. Kurzerhand schafften wir uns eine Yamaha FJ 1200 unseren Horton an. Schnell mussten wir aber feststellen, dass uns so ab 350 km Touren der Hintern weh tat. Auch ein extra angeschafftes Schaffell eines Isländischen GrauhaarSchafes brachte keine merkliche Besserung. So keimte die Idee, eine alte BMW RS wäre das passende Gefährt. Da kenne ich mich mit aus und im Fall der Fälle, weiß ich wo ich hin fassen muss. Kurz nach Weihnachten 2021 konnten wir ne 77er R 100 RS mit Speichenrädern ergattern. Diese wurde dann noch technisch fit gemacht, mit GPS Meilentacho, USB Wandler, Navi und digitalem Fahrtenschreiber aus Routenaufzeichner und zwei neuen Reifen. ca. 5000 km waren anvisiert. Da wir bereits 1000 km vor Reiseantritt auf die Reifen gefahren hatten, hoffte ich, dass die Contis das durchhalten. Die Straßen in den Highlands sind sehr rau und fressen gerne Gummi.
Eigentlich habe ich gedacht, dass ich mit dem Navigieren auf Nummer sichergehen kann und besorgte mir in e-bay Kleinanzeigen zwei Navis mit ausdrücklich Karten incl. Großbritannien. Wie es sich später herausstellen sollte, war es Glück, dass ich die Tom Tom Routen zusätzlich in eine extra WhatsApp Gruppe gestellt habe. In England angekommen, stellen beide Navis ihren Dienst ein, da das Kartenmaterial eben doch nicht incl. Großbritannien war.
Am 27. Juni 2022 sollte es losgehen. Jeder hat einen Krausekoffer für sich und die Regenjacken, Reiseunterlagen und Getränke sowie unsere Geldbörsen fanden im Tankrucksack ihren Platz. Mein Kulturbeutel war die rechte Seitentasche des Tankrucksackes, das reichte allemal aus.
Wir hatten uns überlegt, für alle 3 Tage eine neue Unterbux und neue Socken sowie ein frisches T-Shirt mitzunehmen. Das sollte reichen und wenn wir abends in den Pub gingen, gabs eben für diesen Zweck neue Klamotten. Jeder hatte neben den Lederjeans zusätzlich eine Hose mit im Koffer. Da Birgit viel Diabetigerzeugs mitschleppen musste, habe ich ihr etwas Platz in meinem Koffer dafür eingeräumt. Gut Birgit hatte noch einen kleinen Rucksack dabei, in dem wir ein paar Lebensmittel verstauen konnten, die wir unterwegs kauften.
Nun geht das los
Montag Morgens 8 Uhr alles gepackt und pünktlich fängt es gaaanz leicht an zu nieseln… aber egal. Schottland wir kommen.
Noch schnell für alle daheimgebliebenen ein Selfi im Hof gemacht und dann drauf auf den Bock… km-Stand bei der Abfahrt 81000 km geradeaus.
Die Strecke durch Deutschland fuhren wir bis zur Niederländischen Grenze auf der A61 durch. Es ist unlustig durch den Niederrhein zu kreuzen, wenn man Strecke machen will. Da bietet sich die Autobahn an um direkt bis Venlo durchzufahren. Kurz vor der Grenze füllten wir nochmals das Spritfass auf, denn der derzeit ist der deutsche Sprit ca. 40 bis 50 Cent billiger als im Nachbarstaat.
Bald standen wir auf der Fähre über die Maas. Die RS (wir haben immer noch keinen Namen für das Moped) konnte schon mal fühlen, wie es ist, wenn Wasser unter den Rädern schwappt. Aber sie hat das mit Bravour gemeistert
Bei Heesch gönnten wir uns noch einen Burger und eine Frikandel spezial. Gestärkt ging es dann weiter. Irgendwann setzte dann der Regen ein und wir beschlossen das letzte Stück vor Amsterdam bis IJmuiden auf der Autobahn zu verbringen. Es macht keine Freude im Regen über die Nationalstraßen Hollands zu fahren. Dort angekommen bekam die RS nochmals frischen Sprit, da wir dachten, dass in England dieser noch teurer wäre. Sollte aber ein Trugschluss sein, ist in etwas derselbe Preis.
Zum Abschied noch ne Dusche
Als wir dann am Fährhafen angelangt waren und in der Schlange standen, fing es an heftig zu regnen. Klasse, kurz vor dem schützenden Stahlbauch wurden wir nochmals getauft.
Damit wollten wir über die Nordsee schippern. Aber erstmal die Passkontrolle. Seit Oktober 2021 benötigt man ja einen Reisepass um auf die Insel zu kommen. Von Corvid hatte niemand gesprochen. Irgendwie war das mit Ausnahme ein paar Maskenträgern kein Thema mehr.
Es war sehr eng als wir die Mopeds selbst verzurren mussten. Immerhin hingen neue Zurrgurte an den Bordwänden. Die Kuh war dank Kofferträger und Sturzbügel schnell verspannt und konnte so auch stärkeren Seegang überstehen. Um uns herum nur junges Mopedgemüse, so BMW GS1250 und Triumph Tiger. Alte Mopeds wie unsere RS fanden sich keine. Nur mitleidige Blicke von den Treibern des jungen Gemüses, naja, die wissen es halt nicht besser, sagten wir uns dann.
Schnell fanden wir unsere Kajüte. Ich hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht. Leider waren die Fenster nicht zum Öffnen. Eng, aber es geht für eine Nacht. Wir legten pünktlich um 17 Uhr ab.
Nach der Schwüle des Fahrzeugdecks, wollten wir nur noch raus an die frische Luft. Der Regen wich der Sonne und so konnten wir das Auslaufen an Deck beobachten.
An einer Bar gönnten wir uns noch einen Eistee und eine Diät Cola… das Essen verkniffen wir uns. Über 30€ pro Person, soviel geben wir zuhause auch nicht für das Essen aus. Wir hatten ja noch etwas in der Kajüte. Das Frühstück war lecker und mehr als ausreichend. Wer weiß was wir in England so bekommen.
Der Tag verabschiedete sich auf dem Ärmelkanal mit einem herrlichen Abendrot. Zeit die Koje aufzusuchen und Kraft für Morgen zu sammeln.
Auch die Morgensonne die über die Nordsee schein verspricht einen herrlichen Tag in Nordengland und den schottischen Lowlands. Die See war glatt wie das Wasser zuhause in der Badewanne. Man spürte so gut wie keinen Seegang. Jetzt auf zum Frühstück und die Koffer wieder gepackt. Dann durften wir zum Moped und die Leinen lösen. Irgendwann öffnete der Pott das Maul und die RS durfte linksrum um die ersten Kreisel fahren. Ging erstaunlich gut.
Und das war unserer Route am 1. Tag bis zur Fähre
Das war der erste Tag der Reise……
Ich hoffe es ist für den einen oder anderen kurzweilig und interessant, ist ja für Mopedfahrer ein gutes Urlaubsziel
Gruß
der Indianer